judith falk

In Wien geboren, grösstenteils in der Schweiz aufgewachsen und seit vielen Jahren hier ansässig, studierte Judith Falk-Mazák an der Universität Zürich Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Schweizer Volkskunde. Ihre Lizentiatsarbeit widmete sie der Forschung über „das Schreinerhandwerk zu Beromünster (Kanton Luzern) im 17. und 18. Jahrhundert“, worin sie einen grossen, schlummernden Fundus an historischen und kunsthistorischen Fakten aus zahlreichen Archiven, privaten und öffentlichen Sammlungen ans Licht brachte und die Entwicklung dieses kunsthandwerklichen Kleinodes anhand der noch zahlreich erhaltenen Originale darstellen konnte. Noch heute hat sie regen Kontakt zum Haus zum Dolder im „Flecken“ Beromünster, für welches sie 2007 die Publikation „gewohnt“ mit verfasste und eine Sonderführung leitete. (www.hauszumdolder.ch)

Nach Abschluss des Studiums erwarb sie während fünf Jahren reiche praktische Erfahrung als Mitarbeiterin des Auktionshauses Galerie Koller AG in Zürich. Neben ihrem Spezialgebiet, dem Kunsthandwerk, konnte sie profunde Kenntnisse in weiteren Bereichen des Kunsthandels erwerben. Während der letzten zwei Jahre baute sie hier zusammen mit dem Buchantiquar Friedrich Falk den neuen Bereich der Buchauktionen auf. Letzterer hatte zuvor in Nendeln im Fürstentum Liechtenstein das bedeutende Antiquariat der europäischen Niederlassung von Kraus-Thomson, der Firma des legendären amerikanischen Verlegers und Antiquars H.P. Kraus, geleitet.

Nach dem Schritt in die Selbständigkeit erfolgte der Aufbau des eigenen Buch- und Grafikantiquariates, welches viele Jahre lang sein Domizil an der Kirchgasse in der Zürcher Altstadt hatte und ein beliebter Treffpunkt für Sammler, Museumsleute, Buch- und Kunstfreunde wurde. Aus dem Antiquariat entwickelte sich schliesslich das eigene Buch- und Kunstauktionshaus, welches heute seinen Sitz am noblen Zürichberg in Fluntern hat und nun auch die ständige Ausstellung antiquarischer Bücher, Grafiken, Gemälde und ausgesuchten Kunsthandwerkes beherbergt. Weiterhin betreut sie hier als freie Mitarbeiterin die Abteilungen Altmeister- bis moderne Grafik, Gemälde und Kunsthandwerk. Gerne beteiligt sie sich auch an der Katalogisierung der seltenen alten Bücher. (www.falkauktionen.ch)

Mit einem besonderen Bereich des Kunsthandwerkes befasst sie sich seit ihrer Jugendzeit, den Erzeugnissen der Werkstätten Hagenauer Wien „WHW“, ihres Urgrossvaters Carl (1872-1928), besonders jedoch ihres Grossvaters Karl (1898 -1956) und des Grossonkels Franz (1906-1986). Es handelt sich um Gebrauchsgegenstände und Skulpturen aus der Tradition des Wiener metallverarbeitenden Kunstgewerbes, jedoch ohne dekorative Ornamente und konzentriert auf Funktionalität und eine dem jeweiligen Material entsprechende, puristische Formensprache. „… herausragende Qualität des Designs und das perfekte handwerkliche Können macht die Hagenauer Objekte so einzigartig. Weltweit gab es keine vergleichbare Werkstatt für diese Art von Kunstgewerbe.“ (Philippe Perroud, 2010).