Durch sorgfältige Recherche, technische Materialprüfung und kunsthistorische Abklärungen können immer
wieder Kunstwerke zu neuem Leben erweckt und in privaten oder öffentlichen Sammlungen untergebracht werden,
so dass sie auch für die Nachwelt geschützt und bewahrt bleiben.
So gelingt es gelegentlich, wahre Kleinodien zu entdecken, ihnen zu frischem Glanz zu verhelfen und sie in
neuem Licht erstrahlen zu lassen.
Gerne suchen wir auch für Sie die geeigneten erstklassigen und wertbeständigen Objekte, welche sowohl Ihr
Auge erfreuen, als auch ihre Sammlung bereichern werden.
Einige besonders interessante Beispiele bereits vermittelter Objekte seien hier angeführt:
raffael
RAFFAEL (Urbino 1483 - 1520 Rom) Nachfolge "DIE MADONNA MIT DER NELKE"

Oelfarbe auf grundierter Eichenholztafel. 16./ 17.Jh. (jedenfalls vor 1720).
30,8 : 22,4 cm. Bis zum Rand ausgefertigt.
Sehr feine Kopie nach Raffaels erst 1991 wiederentdeckter "Madonna dei Girofani", geschaffen wahrscheinlich in Florenz zwischen 1507-08, ihrerseits auf Leonardos "Madonna Benois", in der Eremitage St. Petersburg, zurückgehend. Das Original von Raffael galt lange als verschollen, bzw. wurde im 19. Jh. als eine der zahlreichen Kopien betrachtet und befand sich als solche in der Sammlung des Duke of Northumberland (heute als Leihgabe in der National Gallery, London, ehemals Alnwick Castle).
Vorliegendes Gemälde wurde im Oktober 2004 naturwissenschaftlich untersucht und ist mit einem schriftlichen Gutachten ausgestattet: "Alle nachgewiesenen Malmaterialen waren zur Zeit Raffaels bekannt und als Künstlermaterialien verbreitet. Vor allem der Nachweis von Bleizinngelb, einem Pigment, das nach 1720 an keinem Gemälde mehr nachgewiesen wurde, spricht für eine frühe Entstehungszeit. Somit sprechen die Ergebnisse der Materialuntersuchung nicht gegen eine Zuschreibung des Gemäldes zum Umkreis von Raffael".
Heute Schweizer Privatsammlung
goltzius
GOLTZIUS, Hendrick (1558 Harlem 1617)
DIE PASSION CHRISTI


Folge von 12 Blatt Kupferstichen auf Bütten mit Wasserzeichen:
Krone über Allianzwappen mit zentralem Kreuz und anhängendem goldenem Vliess.
Jedes Blatt unten links nummeriert von 1 - 12, je mit Monogramm und Datierung versehen, 1590-1598.
Blatt 1 zusätzlich "Cum privil. Sa. Cae. M.", oben in der Mitte Kartusche mit Widmung.
Je ca. 20,2 : 13,1 cm.
Bartsch 27-38, 1-12. Nagler, Monogrammisten, 952. Blatt 1 mit der Widmung an "...D. Federico Borromeo, Cardinali S. Maria de Angelis, Archiepiscopo Medeolanensi. H. Goltzius in debiti officij atqu amoris testimonium D.D.". (Federico Boromeo 1564 - 1631), Cousin von Kardinal Carlo Borromeo, gründete als Erzbischof von Mailand die Bibliotheca Ambrosiana mit angeschlossener Künstlerakademie und Gemäldesammlung.

Heute Privatsammlung
nolde
NOLDE, Emil (d.i. Hans Emil Hansen, geb. in Nolde 1867 - 1956 Seebüll, Neukirchen, Nordfriesland)
KOHLENARBEITER AM STAMMTISCH


Aquarell auf festem Velin. Rechts unten mit brauner Farbe signiert "Nolde.".
Um 1908. 36 : 49 cm. Bis zum Blattrand ausgefertigt.
Grossformatiges, prächtiges Aquarell, in welchem die Typen der Männer ausgezeichnet erfasst und wiedergegeben sind. Vorherrschend dunkles Grün und Blau verwandeln sich durch das verdeckte Licht auf dem Tisch in leuchtendes Gelb und Rot. Die Vielfältigkeit der Farbpalette belebt die intensive Ausstrahlung dieser Szene. Sie entstand etwa um 1908, zu der Zeit, als Nolde seine Streifzüge im Jenaer Land aufnahm und danach im Wirtshaus namens "Im grünen Baum zur Nachtigall" einkehrte. Dort skizzierte er Fuhrleute und Bergarbeiter. Ein entsprechendes Aquarell von 1908, betitelt "Kohlenarbeiter", befindet sich in der Nolde-Stiftung Seebüll. (s.a. Emil-Nolde-Schau in Jena, 7. September - 23. November 2005, welche seinem bisher wenig beachteten Schaffen in Jena und Cospeda 1908 gewidmet war). Diese expressionistischen Figurengruppen gehören innerhalb des Oeuvres des Künstlers zu den relativ seltenen Motiven, die jedoch umso intensiver seine Auseinandersetzung mit der direkten Umgebung, die Umsetzung in seine Farb- und Formensprache vermitteln.
Gutachten Nolde-Stiftung Seebüll, 2008.

Heute Privatsammlung Houston, USA
SUETIN
SUETIN, Nicolai Michailowitsch (Kaluzhaya 1897 - 1954 St. Petersburg)
KOMPOSITION MIT ROTEM KREIS UND SCHWARZEM VIERECK


Schwarz gefasste Holztafel mit Bemalung im suprematistischen Stil in Schwarz, Weiss und Rot. Die "tablettartige" Holztafel, bei der es sich möglicherweise auch um den Teil eines Möbelstücks der Zeit handelt, ist am oberen und unteren Rand jeweils mit angesetzten, gerundeten, braunen Holzleisten versehen. Sehr schöne und typische Arbeit des russischen Künstlers, der sich auch als Porzellangestalter einen Namen gemacht hatte. Vergleichbare Arbeiten Suetins sind in zahlreichen Ausstellungskatalogen zur Kunst des Suprematismus und der "Russischen Avantgarde" abgebildet (vgl. Jewgeni Kowtun, Die Russische Avantgarde in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, Katalog zur Ausstellung im russischen Museum in St. Petersburg, Bournemouth England, 1996). Begleitet von einem Dokument des Fonds monumentaler Kunst in russischer Sprache. Kunsttechnologisches Gutachten, 2004.
Heute Schweizer Privatsammlung
GROSZ
GROSZ, George (1893 Berlin 1959)
HERBSTBLÄTTER


Aquarell und rote Feder auf Bütten mit Wasserzeichen P.M. Fabriano.
In der linken unteren Bildecke mit Bleistift signiert "Grosz", darunter in der linken unteren Blattecke mit Bleistift bezeichnet: "No. 2 Herbstblätter". 1931. 63 : 45,5 cm. Bogen: 66 : 47,5 cm.
Abgebildet in: Berlinische Galerie, Stationen der Moderne, 1989, Abb. Nr. 10/20, S. 323:
dieses grossformatige Blatt war eines der Exponate an der bedeutenden Londoner Ausstellung: "Exhibition of 20th Century German Art", New Burlington Galleries, London, Juli 1938, Katalog-Nr. 55: "Autumn Leaves, Watercolour (1931) 24 x 17 in. (61 x 43 cm), Private collection". Das Werk befand sich bis in heutige Zeit im Nachlass des gleichen Besitzers, des einzigen Grafikschülers des Künstlers. - Ausstellung "George Grosz 1893 - 1959", Berlin, Akademie der Künste, 7. Oktober bis 30. Dezember 1962, Katalognummer 102, S. 95.
Grosz zeigt eine Berliner Strassenszene. Spontan, mit scharfem, durchdringendem Blick wiedergegeben ist hier die soziale Struktur und Beziehung, vielmehr Beziehungslosigkeit dieser Menschen in einem kleinen Abschnitt der Grossstadt sowie die Empfindung einer dunklen Bedrohung. Diesen Eindruck unterstreichen die gebrochenen bis dunklen, nur durch die rote Feder belebten Farben.

Heute Deutsche Privatsammlung
STEGER
STEGER, MILLY (Rheinberg 1881 - 1948 Berlin)
MÄDCHEN MIT VERSCHRÄNKTEN ARMEN


Skulptur. Gips, lehmfarben gefasst, auf kleinem Gipssockel. Um 1920-30. Höhe 53,5 cm.
Vgl. Schulte, Birgit, Die Grenzen des Frauseins aufheben. Die Bildhauerin Milly Steger. Neuer Volkwang. Abb. S. 126 u. 135.
Wohl als Entwurf für eine Bronzeskulptur geschaffene Statuette eines stehenden Mädchens. Ein kleines Meisterwerk an expressiver Reduktion und gleichzeitig sensibelster Ausdruckskraft.

Heute Deutsche Privatsammlung
HAGENAUER
HAGENAUER, Karl (1898 Wien 1957)
KAFFEEKANNE MIT DECKEL


Kupfer, Messing und Edelholz, innen verzinkt. Wien, um 1940. H 21 cm. Durchmesser 13,5 cm.
Boden gemarkt: KARL, runde Marke WHW, Werkstätten Hagenauer Wien, Made in Austria. Gut und original erhalten.

Heute Deutsche Privatsammlung
HAGENAUER
HAGENAUER, Franz (Wien 1906-1986 Salzburg)
AFRIKANERIN, KNIEND


Bronzeskulptur, schwarz patiniert und ziseliert, drei Armreifen aus Kupferdraht.
Auf Edelholzplatte montiert. Wien, Werkstätten Hagenauer, um 1930. H 23 cm. Platte: 20 : 5,5 cm.
BPlatte gemarkt: runde Marke WHW, Franz Hagenauer Wien, Made in Austria. Bedeutende Skulptur in tadellosem, originalem Zustand.

Heute Deutsche Privatsammlung
MERIAN
MERIAN
MERIAN
MERIAN
MERIAN, Maria Sibylla
"Dissertatio de generatione et metamorphosis insectorum Surinamensium"


La Haye, P. Gosse, 1726. Gr.- Folio. Mit 2 altkolorierten gestochenen Titelvignetten, 1 altkololoriertem, goldgehöhtem Wappenkupfer, 3 altkolorierten gestochenen Initialen u. 72 altkolorierten Kupfertafeln, teilweise mit Gold- und Silberhöhung. Brauner Kalbslederband d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung u. Goldschnitt.
Nissen, BBI 1341; Pfeiffer B 5; Horn-Sch. 14992; Hunt 467. - Dritte Ausgabe, die erste mit lateinisch-französischem Paralleltext. In der harmonischen Verbindung der Darstellung von Schmetterlingen und ihren Raupen mit blühenden Pflanzen und ihren Früchten, eines der grössten zoologisch-botanischen Werke überhaupt. Stecher nach den Zeichnungen Maria Sibylla Merians waren J. Mulder, P. Sluyter und D. Stoopendael.
Prachtvolles, schön erhaltenes, komplettes Exemplar in sehr dekorativem Altkolorit.

Heute Schweizer Privatsammlung